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| Das Heimatmuseum befindet sich in Willich, Ortsteil Schiefbahn, im alten Oetker Park am St. Bernhard Gymnasium, Albert Oetker Straße 98. |
70 Jahre danach - Gegen das Vergessen Stolpersteine erinnern.
Das Schicksal der Familie Siegmund Kaufmann in Schiefbahn.
Von Bernd-Dieter Röhrscheid
"Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist".
(Gunter Demnig)
Rund 175 bzw. 150 Jahre lebten die jüdischen Familien Kaufmann in Schiefbahn.
1768 ließ sich der in Wellersheim bei Darmstadt geborene Simon Jehuda als erster jüdischer Bürger in Schiefbahn nieder.
Unter Napoleon änderte der Pferdehändler seinen Namen und nannte sich fortan Jaques Kaufmann.
Vier Jahre nach Simon Jehuda siedelte sich der um 1745 geborene Viehhändler Jacob Levy in Schiefbahn an.
Ab 1808 nannte er sich Simon Kaufmann.
Die immer größer werdenden Familien prägten das öffentliche Leben,
waren weitgehend assimiliert und integriert und verhielten sich wie gute Deutsche.
Sie stellten Gemeinderatsmitglieder und gründeten die freiwillige Feuerwehr in Schiefbahn mit.
Sowohl im Deutsch-Französischen Krieg (1870/71), als auch im 1. Weltkrieg kämpften Familienmitglieder an der Front für Deutschland
und verloren dabei das Leben für ihr Vaterland.
Viele der Urenkel in den Familien Kaufmann konnten sich noch 1941 nicht vorstellen,
dass die Nationalsozialisten die „Endlösung in der Judenfrage“ in den Folgejahren dann tatsächlich umsetzen würden.
Doch das Unglaubliche wurde Realität. Der Antisemitismus als Kern der nationalsozialistischen Weltanschauung wurde mit brutaler
und menschenverachtender Konsequenz in die Tat umgesetzt.
Von den 1933 in Schiefbahn lebenden Juden wurden 31, darunter drei Kinder ermordet,
nur zwei überlebten den Holocaust: Fritz Kaufmann und Werner Rübsteck.
Um daran zu erinnern das Geschehene nicht zu vergessen und den Betroffenen des Holocaust ihren Namen und ihr Gesicht wieder zu geben,
wurden auf Initiative von Schülerinnen und Schülern des St.-Bernhard-Gymnasiums
am 6. Februar 2012 unter großer Anteilnahme die ersten „Stolpersteine“ für die im Oktober 1941 deportierte Familie Kaufmann
durch den Künstler Gunter Demnig vor ihrem „ehemaligen“ Haus an der Schulstraße 2 verlegt.
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Die Darstellung der Schicksale aller vom Holocaust betroffenen Juden in Schiefbahn ist an dieser Stelle unmöglich.
Exemplarisch soll aus den großen Familien der Kaufmanns das Schicksal der Familie von Siegmund Kaufmann dargestellt werden.
Vor mehr als 70 Jahren, genau am 26. Oktober 1941 wurden die ersten jüdischen Mitbürger aus Schiefbahn Opfer des Nazi-Terrors.
Die gesamte Familie des Viehhändlers Siegmund (Sally) Kaufmann wurde
von Schiefbahn aus über Mönchengladbach und Düsseldorf nach Litzmannstadt/Lodz in Polen deportiert.
Darunter auch der vierjährige Herbert Heumann.
Im Abmeldebuch der Gemeinde Schiefbahn steht zum 29.10.1941 mit Bleistift vermerkt: „Nach Litzmannstadt evakuiert“.
Siegmund, genannt Sally, Kaufmann wurde 1878 als Sohn des Handelsmannes Hermann Kaufmann
und dessen Frau Regina, geb. Josephs, in Schiefbahn geboren.
Er hatte einen Bruder Gustav, der im 1. Weltkrieg gefallen ist und zwei Schwestern Ella und Theodora.
Die Zwillingsbrüder Samuel und Jacob waren ein Jahr vor seiner Geburt im Kindbett verstorben.
Siegmunds ledige Schwester Theodora zog im Juni 1938 zu ihrer Schwester Ella nach Bochum.
Ella war schon 1915 zu ihrem Bruder Gustav nach Bochum gezogen, der zu Beginn
des Jahrhunderts in Bochum ein Manufakturwarengeschäft aufgebaut hatte.
Nachdem Gustav im September 1915 als Soldat im 1. Weltkrieg gefallen war, führte Ella das Geschäft weiter.
1922 heiratete sie Ferdinand Sternberg und hatte mit ihm eine Tochter.
Ella und Ferdinand wurden im Dezember 1941 von Bochum aus über Gelsenkirchen/Dortmund nach Riga deportiert.
Ferdinand ist vermutlich am 30.3.1942 im Wald von Bikernieki bei Riga ermordet worden.
Ella wurde im November 1943 von Riga nach Auschwitz verbracht und ist dort ermordet worden.
Tochter Ilse überlebte. Sie verließ Deutschland 1939 noch rechtzeitig mit einem Kindertransport nach England.
Für Ella und Ferdinand wurden in Bochum „Stolpersteine“ verlegt.
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"Stolpesteine“ für Ferdinand und Ella Sternberg, geb. Kaufmann in Bochum, Kortumstraße 112
Siegmund Kaufmann wurde Landwirt und Viehhändler und heiratete 1906 Josephine Kamp, die schon 1935 verstarb.
Aus ihrer Ehe gingen die Kinder Thekla (*1907), Elisabeth Herta (*1908), Ernst (*1910) und Fritz (*1912) hervor.
Eine weitere Tochter, Ruth-Lotte, verstarb im Kleinkindalter.
Die Familie Kaufmann lebte in Schiefbahn auf der Hochstraße und etwa ab 1931 im neu gebauten Haus in der Schulstraße 2.
Da das neue Haus für die damalige Zeit sehr aufwendig gebaut worden ist, muss es der Familie finanziell gut gegangen sein.
1938 untersagten die Behörden Sigmund Kaufmann das Gewerbe als Viehhändler fortzuführen, was einem Berufsverbot gleich kam.
Zuletzt musste er bis zur Deportation Zwangsarbeit verrichten.
Er wurde mit seiner gesamten Familie am 26. Oktober 1941 von Schiefbahn über Mönchengladbach
nach Düsseldorf gebracht und am nächsten Tag in das Ghetto von Litzmannstadt deportiert.
Dort mussten die Familie mit insgesamt 66 Personen im Zimmer 6 der Kollektivunterkunft Fischstraße 21 leben.
Die für den 11. Mai 1942 vorgesehene Deportation mit dem VIII. Transport in das Vernichtungslager Chelmno
konnte Siegmund Kaufmann durch seine Frontkämpferauszeichnung aus dem 1. Weltkrieg für sich und seine Familie noch abwenden.
Siegmund Kaufmann verstarb am 13. Juli 1942 im Ghetto von Litzmannstadt.
Josephina Kamp wurde am 4. Dezember 1878 als Tochter des Handelsmanns und Viehhändlers Falk Kamp
und dessen Frau Theodore in Kommern/Euskirchen, geboren.
1906 zog sie nach ihrer Heirat mit Siegmund Kaufmann nach Schiefbahn und kümmerte sich um den Haushalt und ihre Familie.
Den Tod ihres Ehemanns im Ghetto überlebte Josephine Kaufmann nur um wenige Wochen.
Sie wurde am 8. September 1942 mit ihren Kindern Ernst, Else und Thekla und ihrem kleinen Enkel Herbert
aus dem Ghetto nach Chemno gebracht und dort am nächsten Tag ermordet.
Ernst Kaufmann wurde 1910 geboren, absolvierte nach der Schulzeit in Viersen eine Lehre
als Kaufmann und arbeitete dann als Manufakturwarenhändler. Er wohnte bei seinen Eltern in der Schulstraße 2.
Um 1936 herum spielte er in Mönchengladbach Handball und betreute die Handball-Frauenmannschaft seiner Schwestern Thekla und Else,
bis der Verein von den Nationalsozialisten wurde.
Nach der „Reichskristallnacht“ im November 1938 wurden Ernst, sein Bruder Fritz, die Schiefbahner Juden Albert und Leopold Rübsteck,
Siegfried Wallach und Otto Schönewald in „Schutzhaft“ genommen.
Zunächst wurden sie ins Gefängnis nach Anrath eingeliefert und dann in das Konzentrationslager nach Dachau4 transportiert.
Im Januar/Februar 1939 wurden alle wieder nach Hause entlassen.
Danach musste er als landwirtschaftlicher Arbeiter Zwangsarbeit leisten.
Er wurde am 26. Oktober 1941 mit seinen Eltern und Geschwistern in das Getto von Litzmannstadt deportiert.
Im September 1942 wurde er mit seiner Mutter und seinen Schwestern Else und Thekla und seinem kleinen Neffen Herbert Heumann
aus dem Ghetto gebracht und am nächsten Tag in Chelmno ermordet.
Elisabeth Herta, genannt Else wurde 1908 geboren und ging in Schiefbahn zur Schule.
Sie, ihre Schwester Thekla und Bruder Ernst waren in der Sportabteilung
des „Reichsbundes Jüdischer Frontsoldaten (R.j.F.)“ in Mönchengladbach aktiv.
Dort spielte Else zusammen mit ihrer Schwester Thekla und der Schiefbahner Jüdin Lore Rübsteck Handball.
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Die Damen Handballmannschaft des R.j.F. um 1936. Vordere Reihe kniend bzw. sitzend: 4. Von Links Lore Rübsteck
In der zweiten Reihe stehend von Links: 5. Ernst Kaufmann, 7. Else Kaufmann
Zuletzt arbeitete Else Kaufmann als Hausangestellte, vermutlich in Mönchengladbach. Ab 1939 musste auch sie Zwangsarbeit leisten.
Aus dem Ghetto schrieb der mit dem gleichen Transport 1941 deportierte Max Abraham
am 5. Dezember 1941 in einer Postkarte an das Ehepaar Strauß in Mönchengladbach:
„Wir sind mit vielen Verwandten und Freunden zusammen, […] auch mit der großen Familie Kaufmann.
Else’s Fleiß hat auch hier nicht nachgelassen.“
Else Kaufmann wurde mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern Ernst und Thekla und dem kleinen Herbert
im September 1942 aus dem Getto „ausgewiesen“ und am nächsten Tag in Chelmno ermordet.
Fritz Kaufmann wurde 1912 in Schiefbahn geboren und ging dort auch in die Schule.
Auf einem Foto sitzt der kleinwüchsige Fritz mitten unter seinen Mitschülerinnen und Mitschülern und durfte die Tafel mit der Jahreszahl 1924 halten.
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Fritz Kaufmann inmitten seiner Klasse
Fritz erlernte den Beruf des Elektrikers. Nach der Rückkehr 1939 aus dem Konzentrationslager Dachau wurde Fritz als arbeitslos aufgeführt.
Er musste in der Folgezeit Zwangsarbeit im Rahmen des „jüdischen Arbeitseinsatzes“ leisten.
In dieser Zeit lernte er die Familie des Landwirts Johann Schmitz im Büttgerwald kennen, bei der er arbeiten konnte.
Von dort wurde er auch am 26. Oktober 1941 mit einem Lastwagen abgeholt. Seine Familie saß schon mit dem Gepäck auf dem Wagen.
Familie Schmitz war entsetzt, denn sie hatte ein gutes Verhältnis zur Familie Kaufmann.
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v.li.: Fritz Kaufmann, Hubert und Josef Schmitz, Sally, Josefina und Else Kaufmann, Anni und Maria Schmitz
Aus dem Ghetto in Litzmannstadt, Fischstraße 21 schrieben Fritz und sein Vater an die Familie Schmitz im Dezember 1941 eine Postkarte
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Karte aus dem Ghetto: „Uns geht es allen ganz gut. Viele Grüße von uns allen, an alle Euer Fritz“
Sein Freund und Holocaust-Überlebender Alfred Mayer erinnerte sich in einem Interview an die Situation der Familie Kaufmann im September 1942:
„Ich bin mit dem Fritz Kaufmann morgens zur Arbeit gegangen und als wir abends nach Hause kamen,
waren sechs Personen seiner Familie nicht mehr da. Und am nächsten Morgen sind wir wieder zur Arbeit gegangen.“
Fritz Kaufmann hatte an einem Tag seine gesamte Familie verloren.
1943 heiratet er im Ghetto die 21-jährige Betta Schwimmer. Zusammen mit seiner Frau wurde am 27. August 1944
aus dem Ghetto in das Konzentrationslager Auschwitz gebracht. Hier trennten sich ihre Wege nach einer Selektion.
Männer und Frauen wurden getrennt.
Fritz Kaufmann erreichte am 1. September 1944 mit einem Häftlingstransport von Auschwitz kommend zum zweiten Mal das Konzentrationslager Dachau.
Er überlebte bis Kriegsende und wurde in Bad Tölz befreit. Seine Frau Betta wurde aus dem Ghetto Theresienstadt befreit.
Da beide in den Wirren der frühen Nachkriegszeit nichts vom Überleben des Partners wussten, begannen beide ein neues Leben.
Zunächst kehrte Fritz am 14.06.1945 nach Schiefbahn in sein Elternhaus in der Schulstraße 2 zurück.
In Schiefbahn traf er auch seinen Freund Alfred Mayer wieder. Dieser erinnerte sich 2001 an das Wiedersehen:
„Und da hab ich dann erfahren, dass in Mönchengladbach sich eine jüdische Gemeinde etabliert hatte.
Natürlich bin ich mit meinem Fahrrad […] nach Mönchengladbach gefahren, und hab’ in der Liste dann meinen Freund Fritz Kaufmann gefunden.
… Er war der alleinige Überlebende der Familie … Er war kleinwüchsig und er war mein Handpartner an der Schaufel,
ja, also, eine tiefere Freundschaft gibt es nicht.
Und da bin ich nach Schiefbahn […] Und dann ... haben wir, Werner Rübsteck, Fritzchen Kaufmann und ich, … einen Viehhandel aufgemacht,
[… aber] wir konnten und wollten und glaubten hier nicht mehr leben zu können.
Und Fritzchen ist dann emigriert nach Amerika, Werner Rübsteck nach Israel,
und ich hatte die Adressen meiner Verwandten in Amerika …“ (bin dann aber hier geblieben).
1947 heiratete Fritz die Jüdin Mina Markowitsch, die mit gefälschten Papieren als Fremdarbeiterin nach Deutschland zwangsverpflichtet worden war.
Im April 1948 kommt die Tochter Thekla Josefine zur Welt, die aber schon im Juni 1948 starb und auf dem Judenfriedhof am Bertzweg beerdigt wurde.
1949 adoptiert er Katharina, die unehelich geborene Tochter seiner Frau Minna.
1950 wanderte mit seiner Frau und Tochter nach Philadelphia in die USA aus und lebte 1951 in New York.
Dort führte er zusammen mit seiner Frau eine Cafeteria.
Auf Einladung des Stadtdirektors Dr. Hans Lamers besuchte er 1975 mit seiner Frau Minna seine Heimat.
Am 14. September 1997 verstarb er in Amerika.
Thekla Heumann wurde 1907 in Schiefbahn geboren. Als junge Frau spielte Thekla mit ihrer Schwester gemeinsam Handball in Mönchengladbach.
Nach ihrer Heirat mit Leo Heumann zog sie 1936 für einige Zeit nach Eschweiler. 1937 wurde dort ihr Sohn Herbert Philipp geboren.
Nach dem Tod ihres Ehemanns Leo Heumann zog sie 1938 mit ihrem Kleinkind zu ihrer Familie nach Schiefbahn zurück.
Gemeinsam mit ihren Eltern, Geschwistern und ihrem Sohn wurde sie ins Ghetto von Litzmannstadt deportiert.
Thekla und ihr Sohn konnten durch die Frontkämpferbescheinigung von Theklas Vater Siegmund
vom VIII. „Aussiedlungstransport“ am 11. Mai 1942 zurückgestellt werden.
Am 7. Mai 1942 schrieb Thekla eine Karte oder einen Brief an ihre Verwandtschaft in Linnich.
An wen sie die Karte geschickt hat konnte ich nicht ermitteln.
Am 4. September 1942 wurde im Ghetto bekannt gemacht, dass alle Kinder, die jünger als 10 Jahre waren „ausgesiedelt“ werden sollten.
Damit ihr Sohn nicht alleine gehen musste, ist sie mit ihm gegangen und beide sind am 9. September 1942 in Chelmno ermordet worden.
Philipp Heumann wurde 1937 als Sohn von Leo und Thekla Heumann geboren.
Er war vier Jahre alt, als er mit seiner Mutter in das Ghetto von Litzmannstadt deportiert wurde.
An die Deportation des kleinen Jungen kann sich der Zeitzeuge Christoph Macke,
der mit seinen Eltern im gegenüberliegenden Haus wohnte, noch erinnern.
Herbert nahm im Gepäck die Figuren seines Bauernhofes mit auf den Transportwagen.
Auch der Zeitzeuge Rudi Tillmanns, der mit seinen Eltern auf der Hochstraße wohnte, kannte die Familie Kaufmann gut.
„Der Kohlenhändler Johann Juntermanns hatte uns informiert,
dass er in der Mittagszeit des 26. Oktober 1941 die Familie mit seinem LKW abholen sollte.
Alle in unserer Familie waren erschüttert von der Nachricht und so standen wir an diesem Tage auf der Rampe unserer alten Brauerei
und sahen den LKW von Juntermanns an der Hinterfront des Hauses Schulstraße vorfahren
und sahen die einzelnen Personen den offenen LKW besteigen, darunter befanden sich auch Thekla mit ihrem vierjährigen Sohn Herbert.“
Am 7. Mai 1942 genehmigte die Ghettoverwaltung eine Karte, die nach Schiefbahn adressiert war.
Den Inhalt und den Adressaten konnte ich bisher nicht ermitteln.
Am 9. September 1942 wurde er noch vor seinem fünften Geburtstag aus dem Ghetto „ausgewiesen“ und am 9. September 1942 in Chelmno ermordet.
Über weitere Schicksale jüdischer Familien in Schiefbahn, aber auch über die in Neersen, Schiefbahn und Willich
soll in regelmäßigen Abständen in den ...Zeitspuren berichtet werden.
1 Stolpersteine erinnern an Menschen, die dem Nazi-Terror zum Opfer fielen. Es sind pflastersteingroße Würfel,
mit einer Messingschicht überzogen, die vor dem letzten Wohnort der Verfolgten flächenbündig in die Gehwege eingelassen werden.
Über die Stolpersteine "stolpern" heißt stutzen, stehen bleiben, nachdenken - Stolpersteine verursachen kein tatsächliche stolpern.
Eine Idee, die Gunter Demnig bisher in über 600 Städten verwirklicht hat - zusammen mit den Menschen vor Ort.
Die 10cm x 10cm großen Denkanstöße werden über Patenschaften finanziert.
Stolpersteine - eine dezentrale Gedenkstätte, bei der das Erinnern nicht im Ritual erstarrt, das ungeheuerliche Verbrechen nicht abstrakt bleibt.
2 In einem etwa Anfang 2013 erscheinenden Buch sollen die Schicksale aller jüdischen Familien in den Altgemeinden der heutigen Stadt Willich umfassend dargestellt werden.
3 Das Schicksal der Familie Sternberg in Bochum kann im Internet unter www.bochum.de nachgelesen werden
4 www.kz-gedenkstaette-dachau.de
5 Die Mitglieder des R.j.F. glaubten bis zuletzt, dass ihnen innerhalb des Deutschen Reiches nichts passieren würde.
Sie hätten sich viele Verdienste um das Deutsche Reich erworben. Aus diesem Grunde emigrierten die Kaufmanns wohl nicht.
6 Genger/Jakobs (2010): Düsseldorf-Litzmannstadt 1941
7 Interview mit Alfred Mayer 2001
8 ebenda
9 Rudi Tillmanns: Die Geschichte der jüdischen Familie Sigismund Kaufmann, ein schriftlicher Zeitzeugenbericht vom 7.3.2011